Textversion Pressearchiv im Gewerbepark Bautzen
 

14.04.2000 Sächsische Zeitung
 

Investoren suchen die Nähe zur Stadt


 

Bautzens Wirtschaftsförderer Eckehard Oßwald und seine Aufgabe,
den Standort weltweit zu vermarkten

Drei Monate lang hat die SZ Beispiele aufgeführt für erfolgreiche
Unternehmen in Bautzen. Von ihren Sorgen wie auch ihrem Stolz auf
das Erreichte wurde berichtet. Zum Abschluss der SZ-Serie sprachen
wir mit Eckehard Oßwald, der in Bautzen die Wirtschaftsförderung
leitet.

Von Sebastian Beutler

Eckehard Oßwald kann einen großen Erfolg vorweisen. Der Wirtschaftsförderer
von Bautzen spricht in höchsten Tönen vom Gewerbepark Wilthener
Straße und der 50-Millionen-Mark-Investition der D-2-Mobilfunker
von Mannesmann an diesem Standort. Ein auch sachsenweites Vorzeigeobjekt
sei das, sagt Oßwald. "Einfach excellent." Fast vier Jahre zogen
sich die Verhandlungen und Absprachen mit Mannesmann hin, ehe alles
in trockenen Tüchern war. In der Zwischenzeit konnte weder Oßwald
noch ein Beteiligter über die Pläne sprechen, um das Projekt nicht
zu gefährden. Das macht die Schwierigkeit seiner öffentlichen Wirkung
aus. Oßwald muss über lange Zeiträume beharrlich arbeiten - auch
schweigen -, ohne dass es eine Garantie für den Erfolg gibt. Im
schlechtesten Fall steht er ohne Ergebnis da und alle Welt fragt
sich in Bautzen: Was hat er gemacht?

Natürlich gibt es ein solches Erfolgserlebnis wie Mannesmann nicht
jeden Tag für Oßwald, seinen Mitarbeiter und seine Sekretärin. Kleine
Initiativen und Schritte sind sein Tagesgeschäft. 45 bis 50 Anfragen
von interessierten Unternehmen erreichen seine Abteilung jährlich.
Die Zahl sei ausgesprochen stabil geblieben, sagt er. Und in den
ersten drei Monaten in diesem Jahr hat er eine leichte Belebung
festgestellt. Die anziehende Konjunktur in den alten Ländern wie
auch die Stabilität der hiesigen Unternehmen zählt Oßwald als Gründe
auf. Immerhin: Jede zweite Anfrage stammt von einem Betrieb aus
der Region.
Ist für die Stadt erkennbar, dass die Firma ernsthaft erwägt, sich
in Bautzen anzusiedeln, geht man in die Vollen und stellt eine Angebotsmappe
zusammen. Darin finden die Unternehmen die allgemeinen Standortvorteile
von Bautzen aufgezählt. Aber die Wirtschaftsförderung versucht auch,
firmenbezogen den Standort schmackhaft zu machen. Das kommt vor
allem bei den mittelständischen Unternehmen, die nicht über entsprechende
eigene Abteilungen verfügen, gut an. "Die Investoren suchen den
Kontakt und die Nähe zur kommunalen Wirtschaftsförderung", sagt
Eckehard Oßwald. "Sie wünschen die Begleitung durch die Kommune." Freilich
spielt sich Wirtschaftsförderung auf sehr verschiedenen Ebenen ab.
So bedient sich Bautzen auch der Wirtschaftsförderung Sachsen, die
auf Landesebene Anlaufstelle für investitionsbereite Firmen ist.
Hier werden auch Kontakte von Auslandsreisen der sächsischen Minister
koordiniert und aufs Land verteilt. "Wir nutzen diese Strukturen",
erklärt Oßwald. "Denn die Stadt kann niemals überall effizient für
sich werben." Doch die Bindung neuer Investoren an Bautzen ist nur
die eine Seite der Medaille. Die andere hält Oßwald für genauso
wichtig: Die Pflege der bestehenden Wirtschaft. Auf bis zu 700 Unternehmen
schätzt er die Zahl von Betrieben und Selbstständigen in der Spreestadt.
Ihre Interessen zu bündeln, darin sieht Bautzens Wirtschaftsförderer
einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Deswegen ist er auch auf die KfZ-Zulieferer-Initiative so stolz. "Irgendwann haben wir mal festgestellt, dass viele Unternehmen aus der Region mit der Elite deutscher und internationaler Firmen
zu tun haben." Da der Strukturwandel in der Zulieferer-Branche
besonders dramatisch verläuft, "müssen wir hier was tun". So entstand
die Idee zu dem Netzwerk, das nun auch vom Freistaat in die Verbundinitiative
"Automobilzulieferer Sachsen 2005" aufgenommen wurde. "Die Unternehmen
müssen sich zusammentun, um ganze Systeme liefern oder im Marketing
bestehen zu können", ist er sich gewiss.
 
17.05.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
Beratung, Konzeption, Design, Umsetzung: Netprodukt, .asp-Programmierung, Datenbankumsetzung Z-AS