Textversion Pressearchiv im Gewerbepark Bautzen
 

02.05.2007 Bautzener Bote
 

Wirtschaftszentrum mit Branchenvielfalt und 1.200 Arbeitsplätzen


 

Die Zweifler von damals wurden längst eines Besseren belehrt

Umgestaltung der einstigen Industriebrache als beispielhaftes Zusammengehen von privater und öffentlicher Hand.

Aus einer Industriebrache einen florierenden Gewerbepark zu machen, dieses Thema war vor 15 Jahren hierzulande in aller Munde. Dass es um den Gewerbepark Wilthener Straße in Bautzen ziemlich ruhig geworden ist, hat in diesem Falle einen durchaus erfreulichen Grund. Jenseits des öffentlichen Interesses hat sich das Wirtschaftszentrum ganz prächtig entwickelt. Was damals kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist längst Wirklichkeit geworden - dank eines beispielhaften Zusammengehens von privater und öffentlicher Hand.

Ein Blick zurück: Als 1993 das Projekt zur Umgestaltung des einstigen Robur-Geländes im Beisein von sächsischen Regierungsvertretern vorgestellt wurde, hörte sich das Vorhaben zwar gut an, denn die Stadt und die Region brauchten dringend Arbeitsplätze, aber an der Verwirklichung des ehrgeizigen Projektes zweifelte damals so mancher. Zumal zunächst vor allem Altlastensanierung betrieben werden musste, stellenweise bis zu mehreren Metern tief war das Gelände des einstigen Produktionsstandortes mit Öl durchtränkt, etwa zehn Prozent der Gebäudenutzfläche waren nicht mehr verwendbar und mussten abgerissen werden.

Auf dem 65.000 qm großen Gelände sollte ein Gewerbepark zur Ansiedlung von klein- und mittelständischen Firmen entstehen. Diese sollten ihre Kreditmittel nicht in den Kauf von Grund und Boden stecken müssen, sondern in die technische Ausstattung investieren können. Das seinerzeit visionäre Konzept entwickelten Alfred Müller, selbst vierzig Jahre lang Robur-Werker in Bautzen, und Utz Eisenrigler, der zuvor in Wuppertal ein Betriebsgelände in einen Gewerbepark umgewandelt hatte. Dass das Vorhaben gelingen konnte, ist noch anderen Beteiligten zu danken. Die Treuhand war seinerzeit bereit, das Gelände zu einem symbolischen Preis an die Stadt Bautzen abzutreten, die wurde zunächst Eigentümer, damit ABM-Kräfte (auch ehemalige Robur-Werker) beschäftigt werden konnten, die Bundesanstalt für Arbeit finanzierte mit erheblichen Mitteln sechs ABM-Projekte zur Altlastensanierung, die sächsische Landesregierung war seinerzeit bereit, den möglichen Förderrahmen voll auszuschöpfen und die inzwischen gegründete Betreibergesellschaft für den Gewerbepark nahm engagiert das Heft des Handelns in die Hand.


Ein Gewerbestandort mit Wohlfühleffekt
Mit Abschluss des ersten Bauabschnittes standen im September 1995 etwa 7.000 qm vollsanierte Gewerbeflächen zur Verfügung, das wurde mit einem großen Gewerbeparkfest gefeiert. Immerhin hatten sich zu dieser Zeit fast vierzig Unternehmen im Gewerbepark eingemietet und 500 Menschen einen Job gefunden. Die ehrgeizigen Pläne für den Gewerbepark reichten aber noch weiter. Anderthalb Jahre später standen bereits 15.000 qm sanierte Flächen zur Verfügung. Doch damit nicht genug. Was bis dahin hauptsächlich durch Sanierung geprägt war, ist in den Folgejahren auch durch Neubauten ergänzt worden.

Über all dem stand das Anliegen des Gewerbepark-Gründers Utz Eisenrigler: Der Park sollte nicht einfach nur eine Ansiedlung von Firmen sein, die Gestaltung und Bepflanzung sollte dazu beitragen, dass sich die dort arbeitenden Menschen, aber auch Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner wohlfühlen. Das inzwischen entstandene Hotel trägt dazu bei. Im Saal finden nicht nur Veranstaltungen der im Gewerbepark ansässigen Firmen statt, er ist darüber hinaus auch eine Begegnungsstätte für die ganze Region geworden.
Der Gewerbepark Wilthener Straße hat sich zu einem Zentrum der mittelständischen Wirtschaft entwickelt, in dem viele verschiedene Branchen ansässig sind. Die rund fünfzig ansässigen Unternehmen haben 1.200 Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen. Das ist viel mehr als vor knapp anderthalb Jahrzehnten jemand zu hoffen gewagt hätte.

Knapp anderthalb Jahrzehnte nachdem das Gelände als Industriebrache übernommen worden war, stehen rund 35.000 qm als moderne Produktions- und Büroflächen zur Verfügung. Der Vermietungsstand beträgt derzeit 92 Prozent. "Wir verfolgen die Strategie, Bestehendes zu erhalten", erklärt Geschäftsführer Ralf Eisenrigler von der Gewerbepark Wilthener Straße GmbH. Nach seinen Worten stünde zwar noch Expansionsfläche für einen Neubau zur Verfügung, doch gebaut wird erst, wenn sich dafür ein Mieter langfristig binden will. Von den seinerzeit 18 Existenzgründern, die als erste Mieter im Gewerbepark den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, sind einige noch heute da und wirtschaftlich gut aufgestellt, wozu ganz sicher auch die guten Rahmenbedingungen im Gewerbepark beigetragen haben. Bewährt hat sich die Kooperation einiger Mieter untereinander. Wenngleich man sagen muss, dass die damaligen Vorstellungen dazu von der Zeit eingeholt wurden. Selbstverständlich sucht sich jedes Unternehmen seine Partner auch über den Gewerbepark hinaus, weil sich die Mieterstruktur geändert und der eigene Kundenkreis verschoben haben. Während sich die Unternehmen um ihr Kerngeschäft kümmern, sorgt die Gewerbepark GmbH für die Pflege der Außenanlagen und alles andere rund um die Immobilie, wenn der jeweilige Mieter es möchte.

"Bautzen ist ein Leuchtturm in der Region", davon ist Diplom-Betriebswirt Ralf Eisenrigler überzeugt. Gewiss sehen das auch einige Unternehmen so, denn in den vergangenen Jahren haben sich weitere Firmen im Gewerbepark angesiedelt. Auch wenn es sich dabei nicht immer um so spektakuläre Betriebsgrößen wie den Vodafon-Standort handelt. In den kleineren Unternehmen sind ebenfalls anspruchsvolle Arbeitsplätze entstanden, die die Chance bieten, dass junge Leute, die der Region aus Mangel an Arbeits- und Ausbildungsplätzen den Rücken gekehrt haben, wieder nach Hause kommen. Gut ausgebildete Fachleute werden in einigen Branchen schon jetzt gesucht!

Anfang des Jahres wurde im Gewerbepark ein Erweiterungsbau in Betrieb genommen. Einige Flächen sind noch zu haben. Dass da international agierende Unternehmen einziehen, ist sicher unwahrscheinlich. Interessenten kommen aus Süddeutschland, die Bautzen und den Gewerbepark für einen guten Wirtschaftsstandort halten. Aber auch Firmen aus der Region, die eine Erweiterung planen, haben den Gewerbepark ins Auge gefasst.


Text: C. Knappe
 
25.01.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
Beratung, Konzeption, Design, Umsetzung: Netprodukt, .asp-Programmierung, Datenbankumsetzung Z-AS