Textversion Pressearchiv im Gewerbepark Bautzen
 

17.02.2007 Sächsische Zeitung
 

Der elektronische Hinterkopf


 
In den Datenspeichern der Firma Itelligence laufen Informationen aus aller Welt zusammen - so viele, dass die bisherigen Räume nicht ausreichen.

Angenommen, es gäbe keine Mikroelektronik und keine schnellen Datenleitungen. Firmen würden alle Zahlen und Informationen über ihre Geschäfte, ihre Kunden und Betriebsabläufe wie einst auf Papier schreiben. Weiter angenommen, eine Firma beispielsweise in Amerika möchte sich den Platz und die Verwalter für den Papierkram sparen. Statt dessen sucht sie jemanden, der ihr diese Arbeit abnimmt. Etwa in Bautzen. Dann wären ständig Boten unterwegs, um Informationen hin und her zu bringen. Undenkbar.

Aber es gibt ja die Mikroelektronik und auch die superschnellen Datenleitungen. Über diese schickt die amerikanische Firma ihre Zahlen und Informationen nach Bautzen. Zwei Sekunden später sind sie hier in einem elektronischen Speicher festgehalten. Und lassen sich ebenso schnell abrufen.

Etwa 120 Schränke voller Datenspeicher - zirka 450 sogenannte Server - stehen in den Räumen der Bautzener Itelligence Outsourcing & Services GmbH. Hier laufen nicht nur Informationen von Firmen aus den USA ein, sondern aus ganz Europa, in Japan und auch aus anderen asiatischen Ländern. "Wir verwalten von hier aus die Daten von etwa einhundert Kunden in aller Welt", erklärt Geschäftsführer Alexander Gebhard.

Sicherheit ist oberstes Gebot

Das Itelligence-Domizil ist im Gewerbepark Wilthener Straße einer der wenigen Neubauten. Und in der ganzen Lausitz wohl eines der sichersten Gebäude überhaupt. Fenster gibt es nur im obersten Stockwerk. Wer unangemeldet vor der Tür steht, darf gar nicht erst rein. Wer sich anmeldete, muss beim Wachschutz den Ausweis abgeben und bekommt dafür ein Besucherkärtchen. Das öffnet aber nur die Eingangstür. Im Innern des Gebäudes gibt es gleich mehrere Sicherheitsstufen. An einigen Türen genügt es, wenn Mitarbeiter einen Chip bei sich führen. An anderen Türen müssen sie außerdem noch eine Geheimzahl angeben. Es wäre schließlich nicht auszudenken, könnte jedermann hineinspazieren und mal eben den Server einer großen Firma lahmlegen - und damit absichtlich oder unbewusst deren Konkurrenten helfen. Das schaffen übrigens auch "Hacker" nicht, Internet-Spione. Mehrere sogenannte Firewalls wehren jeden Angriff von außen auf die Milliarden von gespeicherten Daten ab. Gegen Hitze oder Kälte schützen die Server mehrere Klimaanlagen. Falls es brennen sollte, erstickt Gas die Flammen. Und sollte der Strom ausfallen, stehen drei Dieselaggregate in Bereitschaft. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, speichern die Itelligence-Mitarbeiter jeden Abend alle in den letzten 24Stunden eingelaufenen Informationen noch einmal auf extra Datenträgern ab, die dann in Panzerschränke kommen. Selbstredend wird hier an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr gearbeitet.

Wer zu Itelligence gehört, muss mehr oder weniger selbst ein wandelnder Computer sein, sich mit Telekommunikation auskennen und nicht zuletzt die englische Sprache beherrschen. Denn bei einem firmeneigenen Call-Center können die Kunden aus aller Welt rund um die Uhr anrufen. Alexander Gebhard weiß, dass es in der Lausitz solche Fachleute nicht wie Sand am Meer gibt: "Bei uns kann man sich bewerben."

Neuer Anbau geht in Betrieb

Denn Itelligence braucht neue Leute, zunächst zehn in diesem Jahr. Etwa 70 arbeiten derzeit bei der Firma, die einst als Zehn-Mann-Rechenzentrum anfing. Alle Zehn von damals sind übrigens nach wie vor dabei, auch der heute 47-jährige Geschäftsführer. Die neuen Mitarbeiter braucht das Unternehmen für seine neuen Anlagen. Am Montag nimmt Itelligence einen Anbau in Betrieb. Er bietet Platz für weitere 450 Server. Die bisherigen Räume platzen aus den Nähten.


SZ: Tilo Berger


Weitere Informationen und Kontaktinformationen für Bewerbungen unter www.itelligence.de


Bild 1: Alexander Gebhard ist Herr über 120 Schränke voller Datenspeicher. Hier werden Informationen von Firmen aus den USA, Japan und Europa aufbewahrt. Der Geschäftsführer beschäftigt in seiner Firma Itelligence Outsourcing & Services in Bautzen 70 Mitarbeiter. Zehn weitere sollen dieses Jahr eingestellt werden. Foto: Rico Hofmann


Bild 2: Kabelgewirr an einem Datenspeicher der Firma Itelligence: 365 Tage im Jahr laufen darüber Informationen aus der ganzen Welt. Foto: Rico Hofmann
 
25.01.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
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