Textversion Pressearchiv im Gewerbepark Bautzen
01.11.2000 Sächsische Zeitung
Regionalprojekt: Gezielte Suche statt Berufe-Raten
Ausbildungsmarkt
Bautzener Modell: Regionalprojekt holt alle Beteiligten an einen Tisch
Von Tilo Berger
Nennen wir sie Mandy. Sie geht in die zehnte Klasse, schwärmt für
ihren Freund und für Ronan Keating, geht gern ins Kino und isst
am liebsten Pizza. Und sie möchte gern Modeschneiderin werden. Doch
in der Berufsschule nebenan, weiß sie schon, werden keine Modeschneiderinnen
ausgebildet. Sie fragt beim Arbeitsamt nach, aber dort ist die
Zahl der Lehrstellen für angehende Modeschneider für 2001 noch nicht
bekannt. Ein Beispiel, wie es viele ähnliche geben mag. Wäre Mandy
schon in diesem Jahr mit der Schule fertig geworden, hätte sie gute
Chancen auf eine Lehrstelle in dieser Richtung gehabt. 46 Ausbildungsplätze
waren dem Arbeitsamt gemeldet, 45 Bewerberinnen oder Bewerber gab
es. Mandy ist eine von etwa 12 000 Schülerinnen und Schülern zwischen
Bischofswerda, Weißwasser und Zittau, die 2001 eine Lehrstelle suchen
werden. Vielleicht kann dabei ja Christoph Koban helfen. Der junge
Berufsschullehrer aus Bautzen organisiert im Auftrag des sächsischen
Kultusministeriums das so genannte Regionalprojekt. Hinter diesem
Titel verbirgt sich letztlich das Ziel, alle unter einen Hut zu
bringen, die mit Berufsausbildung zu tun haben. Also Schüler und
ihre Eltern, Schulen, berufliche Bildungszentren, das Arbeitsamt,
Unternehmer, Gewerkschafter und weitere Partner. "Der eine muss
über die Wünsche und Vorstellungen des anderen Bescheid wissen",
formuliert Christoph Koban als Ziel. Um das Regionalprojekt zu finanzieren,
legen der Europäische Sozialfonds und der Freistaat Sachsen zusammen.
Das Kultusministerium legte zunächst zwei Projektgebiete fest: einmal
das Elbtal zwischen Sächsischer Schweiz und Meißen, zum anderen
den Landkreis Bautzen. "Aber alle anderen Regionen in Sachsen sind
schon gespannt, wie sich das Projekt bewährt", weiß der Bautzener,
in dessen kleinem Büro im Gewerbepark Wilthener Straße die Fäden
für den Lausitzer Landkreis zusammenlaufen. Das erste greifbare
Ergebnis seiner Arbeit soll ein "Tag der offenen Tür" am 27. Januar
2001 werden. An diesem Tag stehen alle Beruflichen Schulzentren
im Landkreis Bautzen offen, außerdem hält sich das Berufsinformationszentrum
des Arbeitsamtes für alle Interessenten zur Beratung bereit.
17.05.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
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