Textversion Pressearchiv im Gewerbepark Bautzen
 

15.03.2004 Sächsische Zeitung
 

Bautzen damals & heute (Interview)


 

Wo ein Gewerbepark seinen Namen verdient

Erfolgsgeschichte am traditionsreichen Standort

Zittau schrieb "seinen" Betriebsteil Bautzen nach der Wende ziemlich schnell ab - doch die Werkleitung vor Ort wollte den traditionsreichen Standort und dessen Mannschaft nicht kampflos aufgeben. Sie führte unzählige Gespräche mit Autoherstellern in der Hoffnung, einen starken Partner zu finden und in der Branche wieder Fuß fassen zu können. Wie es weiterging, erzählen Alfred Müller, der bis vor einem Jahr engagiert war, und Utz Eisenrigler, Geschäftsführender Gesellschafter des heutigen Gewerbeparks Wilthener Straße.

Zu welchem Ergebnis führten die genannten Gespräche?
MÜLLER:
Wir glaubten damals ein großes Gelände und viele gut ausgebildete Arbeitskräfte wären ein überzeugendes Potenzial - doch die in Frage kommenden Partner erschraken angesichts der Dimensionen. Außerdem waren wir wegen der veralteten Technik und des unsicheren Absatzes uninteressant. Den durch die Wiedervereinigung entstandenen zusätzlichen Bedarf konnten die westlichen Automobilhersteller selbst abdecken.

Welche Richtung schlugen Sie dann ein?
MÜLLER:
Über die GESCO AG und den Verband der Automobilindustrie lernte ich Utz Eisenrigler kennen. Der Experte aus der Branche war bereit, nach Bautzen zu kommen und mit uns ein neues Konzept zu erarbeiten. Im Herbst 1991 gab es erste Überlegungen zu einem Gewerbepark.

Wer sollte sich dort ansiedeln?
EISENRIGLER:
Der erste Gedanke war: In der ehemaligen DDR fehlt der Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft. Wir haben hier ein Gelände, Gebäude, eine Infrastruktur und ausgebildete, erfahrene Arbeitskräfte, die einander kennen. Warum sollten diese Leute nicht mit Ausgründungen in die Marktwirtschaft starten? Dieses Konzept war keine fixe Idee, sondern fachlich und finanziell untersetzt, und alle fanden es gut - nur die Betroffenen selbst leider nicht. Sie wollten sich lieber in die Scheinsicherheit der ABM zurückziehen.

Also musste ein neues Konzept her?
EISENRIGLER:
Gute Bedingungen für den Mittelstand wollten wir weiterhin schaffen. Doch Alfred Müller und ich gingen jetzt auf andere Weise heran: Ende 1992 kauften wir gemeinsam mit der GESCO AG das Gelände von der Treuhand und sanierten es, um dann relativ kleine Einheiten zu vermieten.

Was war Ihnen bei der Sanierung wichtig?
EISENRIGLER:
Wir haben etwa 80 Prozent der alten Substanz erhalten, dabei aber sehr große, zusammenhängende Komplexe aufgebrochen. Zudem wurde viel Wert auf ein städtebauliches Bild gelegt. Zu den Prinzipien gehörten: flexibel nutzbare Gebäude, natürliche Materialien, ansprechende Farben, viel Grün. Das Gelände sollte nicht nur Gewerbepark heißen, sondern auch so aussehen.

Wie hat das Gewerbe Ihr Angebot angenommen?
EISENRIGLER:
Der Anfang war gar nicht so schwer: Damals herrschten noch Schwung und Optimismus vor. Innerhalb kurzer Zeit war das Gebiet weitgehend vermietet, und so ist es bis heute geblieben. Neben Handels- und Produktionsbetrieben haben sich etliche Dienstleister angesiedelt. Es gibt ein Callcenter und ein Rechenzentrum, darüber hinaus unter anderem ein Hotel, ein Sportstudio und ein Reha-Zentrum. Das Gelände ist also auch am Abend belebt.

Wie soll es weitergehen?
EISENRIGLER:
Wir wollen unseren Mietern bestmögliche Bedingungen bieten. Das heißt, dass wir nicht nur akribisch instand halten, sondern auch ständig modernisieren. Die Kommunikationsanbindung beispielsweise ist auf Spitzenniveau. Und wenn es Fluktuation gibt, was bei 50 Unternehmen natürlich vorkommt, achten wir auf passende Nachmieter.

Wie viele Arbeitskräfte sind heute auf dem ehemaligen Robur-Gelände beschäftigt?
EISENRIGLER:
1200 - das sind fast dreimal so viele wie zu DDR-Zeiten.


SZ-Gespräch: Birgit Hilbig
 
25.01.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
Beratung, Konzeption, Design, Umsetzung: Netprodukt, .asp-Programmierung, Datenbankumsetzung Z-AS