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04.04.2003 Sächsische Zeitung
 

Vodafone will in Bautzen noch weiter wachsen


 

Aber nur die besten Bewerber dürfen ans Telefon

Tilo Berger

Wer im Internet die neuesten Nachrichten des Mobilfunkanbieters Vodafone -Newsletter genannt- abonniert hat, bekam kürzlich E-Mails fast im Stundentakt. Pünktlich zur Computermesse Cebit informierte Vodafone seine Kunden, was sich neuerdings mit einem Handy noch so alles machen lässt außer telefonieren. Rechnungen bezahlen oder Fotos verschicken sind da noch die leichtesten Übungen.

Auch der Personalchef der Vodafone-Niederlassung Ost, Thomas Hofmann, behält bei den ständig neuen Angeboten kaum den Überblick. Er muss selbst nicht gewappnet sein, auf alle Fragen zur Technik, zur Funktionsweise von Handys oder zur letzten Mobilfunkrechnung binnen kürzester Zeit eine Antwort zu wissen. Die Mitarbeiter in den fünf Kundenbetreuungszentren in Ratingen, Stuttgart, Hannover, Berlin und Bautzen müssen diesen Überblick haben.

Etwa 430 Mitarbeiter und Praktikanten können derzeit in der Spreestadt ans Telefon gehen, wenn jemand eine Service-Nummer des Mobilfunkanbieters wählt. Eigentlich sollten es ab Anfang April bereits rund 480 sein. Dieses im Herbst letzten Jahres verkündete Ziel hat Vodafone verfehlt. "Wir haben in dieser kurzen Zeit nicht genügend geeignete Bewerber finden können, obwohl wir die Mitarbeiter dringend brauchen", bedauert der Personalchef.

Der Weg zum so genannten Call-Center-Agent ist bei Vodafone hart gepflastert. Interessenten müssen nicht weniger als sieben Hürden nehmen. Schon bei den schriftlichen Bewerbungen wird zum ersten Mal "gesiebt". Seit fast auf den Tag genau vor drei Jahren die Ansiedlungsabsicht in Bautzen bekannt wurde, gingen rund 9 000 Bewerbungsschreiben ein. Etwa 5 000 Interessenten schafften es bis zur zweiten Hürde - einem Telefonat, bei dem die Vodafone-Personalabteilung schon das erste Mal die Eignung fürs Call-Center testet. Etwa 3 000 schafften auch das. Im Verlaufe der durchschnittlich sechs Monate dauernden Ausbildung werden die Bewerber beispielsweise am Telefon mit Situationen konfrontiert, wie sie in der Praxis jeden Tag auftauchen können - provozierende Anrufe inklusive. Manche Lehrgänge enden mit mehr erfolgreichen Bewerbern, manche mit weniger. So wie in der letzten Zeit.

Die Ansprüche an seine Kundenbetreuer will Vodafone aber nicht herunterschrauben. "Wir wachsen lieber etwas langsamer, aber halten die Qualität", sagt Hofmann. Ende Mai soll nun die für März geplante Personalstärke erreicht sein. Zurzeit absolvieren etwa 100 Bewerber ein Praktikum. Und auch nach dem Mai wird es weitere Lehrgänge geben. "Interessenten sollten sich auf jeden Fall beim Arbeitsamt erkundigen", rät Hofmann.

Ansprechpartner: Herr Küpper, Tel. 0174/2737868
 
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