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06.12.2002 Sächsische Zeitung
 

Dimmel Software - "Koraktor" zaubert Daten in geordnete Bahn


 

Bekanntes Lausitz-Märchen "Krabat" liefert Name für neue Dimmel-Software

Dimmels suchten nach einem griffigen Namen für ihr neues Software-Produkt. Nichts Technisch-dröges, Gängiges. Frank Stübner vom Bautzener Lusatia-Verlag half den ratlosen Informatikern aus dem Gewerbepark in der Wilthener Straße aus der Patsche: "Koraktor" könnten sie ihr neues Programm doch nennen, nach dem geheimem Zauberbuch von Krabat. "Mit Hilfe des Buches gelang es dem Zauberer, so manches Gute in seiner Heimat, der Lausitz, zu bewirken." Andreas und Ronald Dimmel waren begeistert. Wochenlang hatten sie gegrübelt. Bis jemand auf die Idee kam, beim Lusatia-Verleger anzuklopfen.

Mit "Koraktor" können alle Daten, Informationen und Dokumente über die Kundschaft eines Mittelständlers per Mausklick auf den Computerbildschirm gerufen werden. Egal, ob Mitarbeiterzahl, Branche, Aufträge, offene Rechnungen: Das Programm sucht sich diese Informationen aus allen möglichen Speichern des Computersystems zusammen. Damit das funktioniert, kommt es auf die sorgfältige Datenpflege an. Im Unternehmen der Dimmels wird jeder Brief, jede Rechnung sofort gescannt, um ins Datennetz eingespeist werden zu können.

Computerprogramme haben oft unverständliche englische Bezeichnungen oder wenig aufregende technische Bezeichnungen. "Koraktors" Vorgänger zum Beispiel hieß "Info2000". Sicher, das Produkt fand viele Käufer. Ronald und Andreas Dimmel sind zufrieden. Der Name enthielt alle wichtigen Produktinformationen, riss aber niemandem vom Hocker, war austauschbar. Kein Kunde fragte allein deswegen nach.

Die Märchen-Idee des Verlegers machte neugierig, bemerkten Dimmels in ihrer Münchener Filiale. "Die Leute fanden es interessant, dass wir uns von dieser Seite der Software nähern", sagte Andreas Dimmel. Allein diese Wirkung ist Gold wert. Wie sich die Kreation am Markt behauptet, wird sich zeigen. Heute präsentieren die Brüder ihr Produkt 25 Fachhändlern.

Ronald und Andreas Dimmel eröffneten 1990 ihr Software-Unternehmen. Die studierten Informatiker eröffneten ihre Firma als Familienunternehmen, heute beschäftigen sie 20 Mitarbeiter. Vor allem mittelständische Unternehmen gehören zu ihrem Kundenkreis.

Dimmels verkauften Firmen anfangs das Computer-Einmaleins: Programme, um Rechnungen zu schreiben, Angebote zu kalkulieren oder die Buchhaltung abzuwickeln. Sie installierten Software für Adressenverwaltung, für Statistik, für Büroorganisation. Aus diesen Erfahrungen entstand ihre Geschäftsidee: "Informationen leichter überschaubar machen."

Buch-Mann Frank Stübner riss die Namensfindung aus gewohnten Arbeitsbahnen. Eine spannende Erfahrung sei das gewesen. Normalerweise beschäftigt sich der Verleger mit Regionalliteratur. Der Computer war für Stübner ein Arbeitsinstrument wie das Telefon. Und so ist es geblieben.

Heiko Engel
 
25.01.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
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