Textversion Pressearchiv im Gewerbepark Bautzen
07.09.2002 Oberlausitzer Kurier
Fliegen ist eben doch am Schönsten...
Litten. Glaubt man Reinhard Mey, dann scheint über den Wolken die Freiheit grenzenlos zu sein. Sieht man Andreas Dimmel, dann weiß man, dass da etwas dran ist.
Der Bautzener Unternehmer hält seit kurzem seine Fliegerlizenz für Privatpiloten in den Händen. Das kleine Wörtchen Freiheit hat damit für ihn ganz neue Dimensionen erlangt. Ein dreiviertel Jahr drehte sich neben seinem Job als Geschäftsführer alles um die Flugausbildung.
"Man muss kontinuierlich lernen und darf das Fliegen nicht auf die leichte Schulter nehmen, schließlich kann man nicht mal eben rechts ranfahren und parken", so Andreas Dimmel.
Fluglehrer Erich Kühn weiß, welche Mehrbelastung damit auf seine Schüler zukommt. "Rund 80 Theorie und 35 bis 40 Flugstunden vergehen, bis man zur Prüfung zugelassen wird", erklärt er. Zusätzlich kommt die Funkausbildung dazu.
1993 gründeten Erich Kühn und Peter Bertram die Flug Service Bautzen GmbH und haben seitdem weit mehr als 100 Flugschüler ausgebildet. Zwei hauptamtliche Fluglehrer und fünf freie Mitarbeiter teilen sich die Arbeit in Ausbildung, bei Rund- und Charterflügen sowie Geschäfts- und Fotoflügen.
Bereits nach rund zwei Monaten - also noch mitten in der Ausbildung - stand für Andreas Dimmel der erste Alleinflug an. "Plötzlich sitzt man allein im Flugzeug. Beim Start ist jedoch der Stress weg und hinterher die Welt in Ordnung."
Was bei der Fahrschulausbildung das Einparken, ist beim Fliegen das Landen. Hier heißt es üben, üben, üben. Immer wieder in kleinen Runden, bis man es sicher beherrscht. "Das ist Stress pur, doch die Schüler müssen sich ein Gefühl für die Landung erarbeiten", weiß Erich Kühn. "Sicherheit für Pilot und Flugzeug hat dabei oberste Priorität. In den vergangenen zehn Jahren hat es bei uns keine Flugunfälle gegeben."
Andreas Dimmel hat seinen Flugschein nicht aus purem Spaß am Hobby gemacht. "Wir haben eine Filiale in München und meine erste Motivation war das schnelle Erreichen von Geschäftsterminen. Ich fahre nicht gern Auto und habe schließlich den Flugplatz vor der Tür."
Immer mehr Unternehmer nutzen diese Möglichkeit. Im Jahr 2001 war das Bautzener Luftfahrtunternehmen rund 30 mal mit Geschäftsreisenden in Rumänien, mehrfach in Polen. Allen Diskussionen zum trotz ist der Bautzener Flugplatz damit ein wichtiger Standortfaktor.
Einziger Risikofaktor: das Wetter, das muss eben mitspielen. Und dann ist die Freiheit grenzenlos ...
Gabriele Suschket
17.05.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
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