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14.07.2000 Sächsische Zeitung
 

Grundstein für neun Millionen Mark teures Rechenzentrum gelegt


 

Elektronisches Gehirn braucht viel Energie

Für das neue Rechenzentrum von Apcon System Services Bautzen im
Gewerbepark Wilthener Straße wird heute der Grundstein gelegt. Anfang
kommenden Jahres ist das Gebäude mit einer Nutzfläche von 1 700 Quadratmetern
bezugsfertig.

Von Thomas Drendel

Das Apcon-Rechenzentrum auf dem Gelände des ehemaligen Philipswerkes
in Bautzen platzt aus allen Nähten. Die Räume sind so vollgestellt,
dass keine der dringend benötigten zusätzlichen Rechner aufgestellt
werden können. Die Folge: Mögliche neue Kunden müssen auf das kommende
Jahr vertröstet werden, erzählt Geschäftsführer Alexander Gebhard.
Auch die Mitarbeiter verrichten ihre Arbeit derzeit unter recht
beengten Verhältnissen. Kein Wunder, begonnen hatte die Firma vor
zwei Jahren mit zehn Mitarbeitern. Jetzt sind es bereits 28. Die
Zahl der Rechner hat sich mehr als versechsfacht: von zehn auf über 60.

Auf den Computern des Rechenzentrums werden momentan die Lohnrechnungen
von tausenden Mitarbeitern von Philips oder dem Biotech-Unternehmen
GeneScan vorgenommen. Außerdem lassen diese Firmen ihre gesamten
Produktionskosten über sie abrechnen. Aber auch jede Auszahlung
an einem Geldautomaten der Deutschen Bank wird im Bautzener Rechenzentrum
registriert. Der Geschäftsführer würde am liebsten sofort in den
geplanten Neubau im Gewerbegebiet Wilthener Straße umziehen. Doch
erst einmal ist heute Grundsteinlegung für das 2,5 Millionen Mark
teure Gebäude. "Die Bodenplatte ist schon fertig, und der Rohbau
hat begonnen", freut sich Alexander Gebhard. 6,5 Millionen Mark steckt
die Firma in die neue Technik. So soll die Rechnerkapazität auf
das Vierfache erhöht werden. "Im Endausbau haben wir rund 250 Server
in dem Gebäude stehen." Dazu müssen etwa 15 Kilometer Kabel verlegt
werden. Um die Großcomputer auch ausreichend mit Energie versorgen
zu können, musste ein extra Stromnetz in die Erde gebracht werden.
Das Rechenzentrum verbraucht ungefähr 600 000 Watt pro Stunde. Die
Telekom verlegte außerdem moderne Glasfaserkabel zur Übertragung
der riesigen Datenmengen. Im Januar 2001 sollen erste Tests die
Belastbarkeit der Netze prüfen. Dann werden auch die Dieselaggregate
angeworfen, die bei einem Stromausfall die Computer versorgen. Nach
dem Umzug plant das Unternehmen, etappenweise 30 weitere Mitarbeiter
einzustellen. "Wir suchen händeringend Informatiker, Mathematiker
und Physiker", erklärt der Geschäftsführer. Die Zusammenarbeit mit
der hiesigen Berufsakademie ist gut, doch die Informatiker werden
am Bedarf vorbei ausgebildet, ist die Einschätzung, des Geschäftsführers.
Ihnen werde oft die Programmiersprache "Pascal" beigebracht, viel
öfter brauchen die Unternehmen Fachkräfte mit SAP-Kenntnissen. Eine
logistische Meisterleistung wird der Umzug der 60 Computer in das
neue Gebäude. "Das geschieht an einem Wochenende. Wir können unsere
Kunden ja nicht über längere Zeit ohne ihre wichtigen Daten lassen."
Parallel zum Umzug müssen an dem Wochenende die Übertragungsleitungen
von der Telekom in das neue Haus geschaltet werden. Danach muss
dann alles perfekt laufen.
 
17.05.2012 © Gewerbepark Wilthener Straße GmbH, Bautzen
Beratung, Konzeption, Design, Umsetzung: Netprodukt, .asp-Programmierung, Datenbankumsetzung Z-AS