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Spezirona Fahrzeugbau & Service GmbH Bautzen baut Geschäftsfelder aus / Neue Investitionen geplant Einmal im Monat weisen die vergleichweise hohen Arbeitslosenzahlen auf die schwierige wirtschaftliche Situation in der Region hin. Vor diesem Hintergrund wird freilich kaum wahrgenommen, wie unterschiedlich die Lage der einzelnen Betriebe und wie stark der Wandel der Wirtschaft in Bautzen sind. Das soll eine SZ-Serie beleuchten. Heute: Spezirona Fahrzeugbau & Service GmbH Bautzen. Von Sebastian Beutler Ulrich Müßiggang ist an diesem Wochenende auf der 5. Westlausitzer Gewerbemesse in Hoyerswerda zu finden. Bis zum Sonntag gibt sich rund um die Lausitzhalle die regionale Wirtschaft ein Stelldichein. Müßiggang stellt dort die Spezirona Fahrzeugbau & Service GmbH vor, die er seit Anfang des Jahres als amtierender Geschäftsführer leitet. Er bleibt Realist, wenn er über die Aussichten auf dieser Messe spricht. Mit großen Umsatzgewinnen für das Unternehmen rechnet er nicht. "Aber wir wollen eben allen zeigen, wo sie bei Transportkältemaschinen Hilfe in Bautzen und Umgebung finden können", sagt Müßiggang. Denn die Installation dieser Geräte ist das Hauptbetätigungsfeld des Betriebes in der Spreestadt. Seit der Gründung am 1. April 1994 ist die Firma im Gewerbegebiet an der Wilthener Straße vertreten. Damals gründete die Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH Rothnaußlitz (KFO) ihre "mobile Kühltechnik" in einer Tochtergesellschaft aus. Die KFO wiederum ging aus den Robur-Werken hervor und stattet Nutzfahrzeuge mit speziellen Aufbauten aus. Das Geschäft mit der "Kühltechnik nahm damals einen großen Aufschwung, so dass die Gesellschaft gebildet wurde. Spezirona ging einen Gebietsvertrag mit der Thermo King Euram GmbH Transportkühlung ein. "Es gibt eine strikte Gebietsaufteilung", erklärt Müßiggang die Verhältnisse in der Branche. Thermo King ist für den ostsächsischen Raum der Anbieter. Und die meisten Unternehmen in der Region ließen sich auch diese Kühlmaschinen einbauen. Aus Kostengründen, denn auf diese Art und Weise sind die Wege zum Service-Betrieb in Bautzen kürzer. So sind die Fahrzeuge von Löblein und Bofrost genauso Kunde bei Spezirona wie die von Marktfrisch in Rothenburg oder des Löbauer Fleischwerkes. Gerade jetzt beginnt wieder die hohe Saison, wenn im Sommer die Kühlaggregate durch die Transporte sehr beansprucht werden. Im Winter hingegen herrscht auf diesem Gebiet Flaute. Deshalb hat Spezirona frühzeitig versucht, ein zweites Standbein aufzubauen, um die großen Schwankungen im Auftragsgeschäft ausgleichen zu können. So wurde Ende 1996 die Firma BV Montagen GmbH mit samt den Maschinen und acht Mitarbeitern übernommen. Seitdem konstruiert und baut der Bautzener Betrieb Vorrichtungen, stellt Sondervorrichtungen für den Fahrzeug- und Maschinenbau sowie Biege- und Stanzwerkzeuge her. Auch eine Werkzeugschleiferei gehört dazu. Dadurch gelingt es, so genannte Nischenaufträge in sehr kleiner Stückzahl auszuführen. Mittlerweile sind 15 Mitarbeiter beschäftigt. Alles gelernte Werkzeugmacher. "Jeder kann jede Maschine bedienen", sagt Müßiggang. Er selbst war als Technologe im Braunkohle-Tagebau tätig. Nun will Spezirona aber in die Lohnfertigung einsteigen. Die Qualitäts-Zertifizierung läuft bereits, ohne welche die KfZ-Zulieferer heutzutage keine Aussicht auf Aufträge haben. Das bedeutet zunächst einmal zusätzliche Kosten. Auch die Anschaffung einer computergestützten Fräsmaschine als Bearbeitungszentrum im kommenden Jahr stellt Spezirona mit einem Jahresumsatz von zwei Millionen Mark vor eine große Herausforderung. Aber das ist notwendig. Denn Müßiggang weiß: "Mit den größeren Stückzahlen einer Bauteile-Serie kann ich mehr Kontinuität in den Betriebsablauf bringen."
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