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 13.05.2000   Sächsische Zeitung

Grundstein - Auftakt für das Beratungszentrum von Mannesmann

Etwas Mörtel und ein Gläschen auf den Bau

Auftakt für das Beratungszentrum von Mannesmann in Bautzen - natürlich
mit Sachsens Landesvater und dem Regierungspräsidenten

Großer Bahnhof am Mittwoch im Bautzener Gewerbepark Wilthener Straße.
Die Grundsteinlegung für das neue Beratungszentrum von Mannesmann
ließen sich Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, Regierungspräsident
Helmut Weidelener und Bautzens Oberbürgermeister Christian Schramm
nicht entgehen.

Von Sebastian Beutler

Schon gähnt eine Baugrube im Gewerbepark auf der Wilthener Straße,
wo ab dem kommenden Frühjahr die Kunden von D2-Mobilfunk telefonisch
betreut werden sollen. Keine fünf Wochen nach der Ankündigung der
Großinvestition legte Mannesmann am Mittwoch den Grundstein für
die Investition in Bautzen, die sich der Düsseldorfer Konzern 57
Millionen Mark kosten lassen wird. Eine Förderung durch den Freistaat
Sachsen inklusive.
Dessen erster Mann ließ sich den Termin natürlich nicht nehmen.
Ministerpräsident Kurt Biedenkopf erzählte bei dieser Gelegenheit
von seinem Regierungsantritt in Sachsen. Damals telefonierte er
noch mit einem Satellitentelefon über New York und Oslo mit Bonn.
Kostenpunkt im Monat: 5 000 Mark. Keine andere Leitung stand ihm zur
Verfügung. Mittlerweile kann er auch aus der Dresdener Staatskanzlei
auf preiswerterem Wege die Verbindungen in die deutsche Hauptstadt
Berlin halten. Aber noch heute, meinte Biedenkopf launig, stehe
neben seinem Schreibtisch ein Drehhubwähler. Dieses mechanische
Telefon tat seinen Dienst von 1924 bis 1991 und verdeutliche die
rasante Wirkung in der Zwischenzeit erst so recht.
Davon profitiert haben die Mannesmänner mit ihren tragbaren Handys.
Im März habe sein Unternehmen eine Million neue Kunden geworben,
verkündete der Vorsitzende der Geschäftsführung von Mannesmann Mobilfunk,
Jürgen von Kuczkowski. Bei so vielen neuen Kunden müsse sein Unternehmen
auch bei der Beratung Schritt halten. Deswegen errichtet sein Unternehmen
in Bautzen nach Ratingen, Stahnsdorf, Hannover und Stuttgart sein
fünftes Beratungszentrum. "Hier wird ein Stück Zukunft gewonnen",
glaubt Kuczkowski.
Diese Zukunft werden die Bautzener mitgestalten, weil sie so schön
hochdeutsch sprechen würden. Das jedenfalls sei einer der ausschlaggebenden
Gründe für die Ansiedlung gewesen, sagte Biedenkopf unter heftigem
Kopfnicken Kuczkowskis. Noch kann man sich um einen der 500 Arbeitsplätze
bewerben. Das Rüstzeug für diese Beschäftigung nannte der oberste
Mobilfunker von Mannesmann auch gleich: Künftige Mitarbeiter müssen
kommunikativ und serviceorientiert sein sowie Freude daran haben,
den Kunden zu beraten. Zunächst hatten die prominenten Gäste allerdings
Freude daran, die Schatulle mit einer aktuellen Ausgabe der "Sächsischen
Zeitung", einem Handy sowie den Kopien der Baugenehmigung und des
Mietvertrages im Grundstein zu versenken, die Platte darüber einzumörteln
und ein Gläschen auf den Bau zu erheben.

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