Der ganz besondere GewerbePark  


 
 
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 13.12.2011   Sächsische Zeitung

Von hier wird Radio Lausitz senden

Anfang 2012 wechseln der Sender von Görlitz nach Bautzen. Im Gewerbepark Wilthener Straße entsteht das neue Studio. In kürzester Zeit.


Norbert Mutschmann beugt sich tief über den Bauplan. Dann lässt der Innenarchitekt den Blick durch das Erdgeschoss des Vodafone-Gebäudes schweifen. Elektriker bauen Steckdosen ein, die Trockenbauer schrauben in luftiger Höhe. Den Boden schützen dichte Schichten Pappe. Staub liegt in der Luft. Es braucht noch viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass hier im Gewerbepark an der Wilthener Straße Anfang 2012 Radio Lausitz mit seinem neuen Studio einzieht.

Doch die Baubesprechung zeigt: Alle Gewerke liegen im Plan - obwohl die Bauherren erst Anfang Oktober die Räume erstmals in Augenschein nehmen konnten. Ursprünglich nämlich wollte der Rundfunksender ins Bautzener Haus der Sorben ziehen und von dort aus ab 1. Januar senden. Der Mietvertrag mit der Stiftung für das sorbische Volk aber musste nach dem Widerspruch der Domowina wieder gelöst werden. Die Suche für die privaten Radiomacher begann von Neuem. Der Umzug wird sich so um einen Monat verzögern.

"Beim ersten Besuch gab es hier einen riesigen 600 Quadratmeter großen Raum ohne jeglichen Einbauten", sagt Norbert Mutschmann und faltet den Plan wieder zusammen. Der karge Neubau stellte sich als ein wunderbares Spielfeld für den Innenarchitekten heraus.

Gemeinsam mit Jürgen Seime, dem technischen Leiter der BCS Broadcast Sachsen, skizzierte er die ersten Ideen für das moderne Bürokonzept auf einem Blatt Papier. Dann konnte es auch schon an die Umsetzung gehen. Sieben Unternehmen aus der Region - vom Trockenbauer bis zum Installateur - wurden beauftragt. 200 Quadratmeter wurden für Studio und Großraumbüro abgetrennt.

"Natürlich ist so ein Studio eine besondere Herausforderung, weil eine Menge technischer Details zu beachten ist", sagt der Innenarchitekt. Nach dem Einbau der Trockenwände mit der rechteckigen Aussparung lässt sich auch für den Außenstehenden zumindest erahnen, wo künftig Nachrichten produziert werden und die Moderatoren zum Gespräch bitten. Riesige Glasfronten werden das sensible Herzstück des Senders vom anderen Teil des Großraumbüros trennen. "Die Schallschutzfenster werden jedoch erst Anfang des Jahres geliefert", sagt Jürgen Seime.

300 000 Euro investiert

Ausgekleidet werden die Sendestudios mit sogenannten Schallabsorbationsplatten. Diese haben eine vergrößerte Oberfläche und schaffen eine neutrale Aufnahmeumgebung ohne Widerhall. Nach diesen Einbauten kommt auch die hochempfindliche digitale Studiotechnik. Wo früher zum Beispiel Regler nach oben geschoben wurden, steht heute ein Touchscreen. Dieser Bildschirm muss nur berührt werden, um Programmabläufe zu starten. Bei der Installation dieser Radiotechnik darf kein Stäubchen mehr durch die Luft fliegen. Insgesamt investiert der Sender 300 000 Euro in den Umbau.

"Wir planen, ab Anfang Februar aus Bautzen zu senden. Das Studio in Görlitz wird zum 31. Dezember abgeschaltet", sagt Verkaufsleiterin Ines Pröhl. Ein gutes Drittel der Umzugskartons sind schon gepackt. Auch hunderte Aktenordner müssen mit. Für den Neustart an der Spree entschieden sich die Radiomacher wegen der zentraleren Lage in der sächsischen Lausitz.

Der private Rundfunksender startete am 30. Mai 1993 auf dem Görlitzer Flugplatz mit seinem Sendebetrieb. Nach fast 20 Jahren an der Neiße freuen sich die sieben Mitarbeiter nun auf den Umzug nach Bautzen. Im Januar werden sie noch die Verkehrs- und Wetternachrichten aus einem Interimsstudio in Görlitz senden - bis sie schließlich in Bautzen "on air" gehen. Bis dahin aber wird Norbert Mutschmann aber noch häufiger in seinen Bauplan schauen.

Untertitel Fotos:
Im künftigen Sendestudio von Radio Lausitz werfen Verkaufsleiterin Ines Pröhl und Innenarchitekt Norbert Mutschmann einen Blick auf die Baupläne. Im Hintergrund wurde bereits die Trennwand für das Nachrichtenstudio eingezogen. Ab Februar 2012 wird Radio Lausitz aus dem Vodafone-Gebäude an der Wilthener Straße senden.

www.radiolausitz.de

SZ Text: Miriam Schönbach
SZ Foto: Bernd Heinze
 

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