
Die Software-Spezialisten der Bautzener Firma haben ihr Programm "Koraktor" jetzt für das Internet weiterentwickelt.
Drei Jahre sind im Internet-Zeitalter eine Ewigkeit. Insofern wurde es höchste Eisenbahn für einen neuerlichen Besuch bei der Dimmel Software GmbH im Bautzener Gewerbepark Wilthener Straße. Vor drei Jahren zählte das Unternehmen 23 fest angestellte Mitarbeiter, Lehrlinge und Studenten; mittlerweile sind es insgesamt fast 30. Im Frühjahr 2005 feierte "Koraktor", das von Dimmel entwickelte Computerprogramm für Firmen-Management, gerade seinen dritten Geburtstag - inzwischen gibt es davon auch eine Internet-Version. Und auch die Maßstäbe für die Lehrlingsausbildung machten in den vergangenen drei Jahren einen Wandel durch.
Aber mag sich auch vieles verändert haben bei den Dimmels, etwas ist geblieben und eigentlich gar nicht anders vorstellbar: die freundliche Atmosphäre inmitten rauchender Köpfe. "Ja, wir sind gewachsen, und wir wollen auch noch weiter wachsen", sagt Andreas Dimmel, neben seinem Bruder Ronald einer der beiden Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens. Die jetzigen drei Lehrlinge sollen nach ihrer Ausbildung das Team verstärken.
Mehr in die Lehre gepackt
Der vielzitierte Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften sei nicht nur so dahergesagt, sondern schon greifbar, erklärt der Chef. "Deshalb bilden wir uns unseren Firmennachwuchs selbst aus und ziehen auch Studenten der Berufsakademie Bautzen heran."
Und die Lehre in dem Software-Unternehmen hat es in sich, aus gutem Grund: "Wir packen jetzt viel mehr Inhalte hinein", berichtet Andreas Dimmel. "Früher haben junge Leute nach der Ausbildung noch zwei Jahre gebraucht, um sich vollständig einzuarbeiten. Das geht heute nicht mehr, sie müssen nach der Lehre schon viel mehr können. Das Schulsystem vermittle viel zu wenig Bezug zur Praxis", bemängelt Dimmel. "Dabei sind die Anforderungen an die jungen Leute heute ganz anders als vor zehn Jahren." Erarbeiteten und veränderten Firmen einst beispielsweise ihre Bauzeichnungen auf Papier, geschieht das heute alles am Bildschirm.
Lehrlinge auszubilden sei zwar teuer, aber lohnend, sagt der Geschäftsführer: "Wir wissen anschließend, was wir an den jungen Leuten haben und was sie können."
Dazu gehören neben dem großen Computer-Einmaleins zum Beispiel auch fehlerloser Schriftverkehr mit Kunden und die Bereitschaft zum flexiblen Arbeiten. Beispielsweise in der Niederlassung München, um von dort aus Kunden im süddeutschen Raum zu betreuen. Im gesamten Bundesgebiet arbeiten mittlerweile mehr als 900Unternehmen mit dem "Koraktor", einem von Dimmel entwickelten Computerprogramm vorrangig für Mittelständler und Handwerker. Dieses nimmt den Benutzern organisatorischen Aufwand ab und spart ihnen so Zeit und Geld.
Weil immer mehr Firmen einen eigenen Außendienst betreiben, tüftelte Dimmel an einer Internet-Version des "Koraktor" und stellte diese mit Erfolg bei der weltgrößten Fachmesse vor, der Cebit in Hannover. Dank dieser Version können sich Mitarbeiter der nutzenden Firma praktisch überall in den "Koraktor" einklicken.
Zauberer Krabat ist bekannt
Die Frage, was es mit diesem ungewöhnlichen Namen auf sich hat, hören die Bautzener Software-Spezialisten immer wieder. "Wenn wir dann Krabat erwähnen, wissen die meisten sofort Bescheid. Der Name des Lausitzer Zauberers ist bekannt", freut sich Andreas Dimmel. Und erzählt bei solchen Gelegenheiten immer wieder gern die Geschichte vom sagenhaften Krabat. Der erlernte einst beim Schwarzen Müller dessen Handwerk, aber auch die Zauberkunst. Weil er die immer besser beherrschen wollte, kiebitzte er des Müllers Zauberbuch - und das hieß "Koraktor". Und mit diesem vom Patentamt geschützten Namen verzaubern die Dimmels also Computer in ganz Deutschland. Und drücken neuen Kunden ganz selbstverständlich das Krabat-Buch aus dem Bautzener Domowina-Verlag in die Hand.
Derzeit installiert die Dimmel GmbH neue Software in Oldenburg, als nächstes bei einem Kunden in München. Es gibt nie Stillstand - und Neuigkeiten garantiert nicht erst wieder in drei Jahren.
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Azubi David Heinzel zeigt stolz auf eine der neuesten Entwicklungen der Firma Dimmel. Das Unternehmen hat für sein Firmen-Management-Programm "Koraktor" jetzt eine Internetversion entwickelt. Der 17-jährige Lehrling wurde von Ausbildungsleiter und EDV-Dozent Steffen Päprer (r.) früh in praxisnahe Projekte einbezogen.
Dimmel Software GmbH Die Geschichte des Unternehmens begann, als Ronald und Andreas Dimmel 1990 die Cebit besuchten und sich danach entschlossen, eine Firma zu gründen.
In den ersten Jahren beschäftigte sich der Familienbetrieb mit dem Verkauf von Software und baute einen festen Kundenstamm auf.
Ab 1995 bauten Dimmels eine eigene Entwicklungsabteilung auf, ein Jahr später eröffneten sie ihr Kundencenter im Bautzener Gewerbepark Wilthener Straße.
Seit dem Jahr 2000 vertreibt das Unternehmen eigene Software-Produkte.
Seit 1997 bildet Dimmel Lehrlinge aus.
2001 eröffnete die Dimmel Software GmbH eine Niederlassung in München, um den dortigen Kunden näher zu sein.
Seit 2002 vervollkommnet und verkauft Dimmel das Informationssystem "Koraktor". Zusammen mit Partnern betreuen die Bautzener über 900 Unternehmen.
Kontakt:
Dimmel Software GmbH
Gewerbepark Wilthener Straße
Wilthener Straße 32
02625 Bautzen,
Telefon: (03591) 35 58 30
Telefax: (03591) 35 58 50
Weitere Informationen unter:
www.dimmel.de SZ: Tilo Berger
Fotos: Marco Klinger, Carmen Schumann