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Ausbildungsmarkt Bautzener Modell: Regionalprojekt holt alle Beteiligten an einen Tisch Von Tilo Berger Nennen wir sie Mandy. Sie geht in die zehnte Klasse, schwärmt für ihren Freund und für Ronan Keating, geht gern ins Kino und isst am liebsten Pizza. Und sie möchte gern Modeschneiderin werden. Doch in der Berufsschule nebenan, weiß sie schon, werden keine Modeschneiderinnen ausgebildet. Sie fragt beim Arbeitsamt nach, aber dort ist die Zahl der Lehrstellen für angehende Modeschneider für 2001 noch nicht bekannt. Ein Beispiel, wie es viele ähnliche geben mag. Wäre Mandy schon in diesem Jahr mit der Schule fertig geworden, hätte sie gute Chancen auf eine Lehrstelle in dieser Richtung gehabt. 46 Ausbildungsplätze waren dem Arbeitsamt gemeldet, 45 Bewerberinnen oder Bewerber gab es. Mandy ist eine von etwa 12 000 Schülerinnen und Schülern zwischen Bischofswerda, Weißwasser und Zittau, die 2001 eine Lehrstelle suchen werden. Vielleicht kann dabei ja Christoph Koban helfen. Der junge Berufsschullehrer aus Bautzen organisiert im Auftrag des sächsischen Kultusministeriums das so genannte Regionalprojekt. Hinter diesem Titel verbirgt sich letztlich das Ziel, alle unter einen Hut zu bringen, die mit Berufsausbildung zu tun haben. Also Schüler und ihre Eltern, Schulen, berufliche Bildungszentren, das Arbeitsamt, Unternehmer, Gewerkschafter und weitere Partner. "Der eine muss über die Wünsche und Vorstellungen des anderen Bescheid wissen", formuliert Christoph Koban als Ziel. Um das Regionalprojekt zu finanzieren, legen der Europäische Sozialfonds und der Freistaat Sachsen zusammen. Das Kultusministerium legte zunächst zwei Projektgebiete fest: einmal das Elbtal zwischen Sächsischer Schweiz und Meißen, zum anderen den Landkreis Bautzen. "Aber alle anderen Regionen in Sachsen sind schon gespannt, wie sich das Projekt bewährt", weiß der Bautzener, in dessen kleinem Büro im Gewerbepark Wilthener Straße die Fäden für den Lausitzer Landkreis zusammenlaufen. Das erste greifbare Ergebnis seiner Arbeit soll ein "Tag der offenen Tür" am 27. Januar 2001 werden. An diesem Tag stehen alle Beruflichen Schulzentren im Landkreis Bautzen offen, außerdem hält sich das Berufsinformationszentrum des Arbeitsamtes für alle Interessenten zur Beratung bereit.
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