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Oberlausitzer Werkstätten sind seit 1996 im Gewerbepark zu finden und haben sich zum verlässlichen Partner für Firmen aus der Region entwickelt "Wir arbeiten unter anderem mit Firmen aus Bautzen, Singwitz, Chemnitz und Radeberg zusammen." WERNER LUDWIGS-DALKNER, Werkstattleiter Von Helga Koch Falk, der nicht allzu viele Worte macht, hat neben seiner eigentlichen Arbeit in der Behindertenwerkstatt eine weitere Aufgabe, die ihm vielleicht noch wichtiger erscheint: Weil der junge Mann so flink ist, wurde er zum Kurier "befördert". Er wird tatsächlich gebraucht, um alles Mögliche zu überbringen innerhalb der mittlerweile fünf Hallen, die die Oberlausitzer Werkstätten (OLW) im Gewerbepark Wilthener Straße in Bautzen gemietet haben. Die Werkstätten gehören zum Diakoniewerk Oberlausitz, das seit einem Jahrzehnt besteht. Die drei Wohnheime der Spreestadt kamen 1993 hinzu. 1996 siedelten sich die Werkstätten im Gewerbepark an und mieteten erst mal eine Halle. Doch die platzte bald aus allen Nähten. Inzwischen arbeiten hier 360 Frauen und Männer, die auf Grund ihrer schweren geistigen oder körperlichen Behinderungen auf dem freien Arbeitsmarkt kaum je eine Chance bekämen. 60 Gruppenleiter und -helfer, Sozialarbeiter sowie Verwaltungsangestellte betreuen die Behinderten. Sehr verschieden sind die Tätigkeiten, die die Behinderten ausüben. Ein wichtiger Bereich sind die Metallarbeiten, zum Beispiel das Drehen, Fräsen, Zuschneiden von Blechen, CNC-Drehen oder Gewindeschneiden. "Wir arbeiten unter anderem mit Firmen aus Bautzen, Singwitz, Chemnitz und Radeberg zusammen", erläutert Werkstattleiter Werner Ludwigs-Dalkner. In der Tischlerei werden Wünsche von Privatkunden erfüllt. Dort entstehen Kleinmöbel, Treppen, Balkongeländer oder gar Zäune. Andere Dinge wie CD-Ständer, Schreibtischsets, Drehteller und Holzspielzeug werden im OLW-Shop in Bautzen, Hohengasse 16, angeboten. Die Mitarbeiter des Bereiches Garten- und Landschaftspflege halten sämtliche Anlagen des Gewerbeparkes in Ordnung, betreuen aber auch die Grünflächen einiger außerhalb gelegener Firmen oder an Straßen. In der Keramikabteilung entstehen seit langem im Kleinformat solche Wahrzeichen der Stadt wie Reichenturm oder Wasserkunst, inzwischen aber auch Services. Lampen und Mehrfachverteilersteckdosen werden ebenso wie Autoscheibenwischer montiert oder verschiedenste Waren für Firmen verpackt. Auch für die Hausreinigung sind Behinderte eingesetzt. Jeder erhält monatlich einen kleinen, eher symbolischen Lohn, je nach den Einnahmen der Werkstätten. "Wenn es möglich ist, leisten wir auch im Gewerbepark kleine Zuarbeiten, erfüllen Aufträge für die Theaterwerkstatt oder eine Werbefirma", sagt Ludwigs-Dalkner. Ihm liegt das Miteinander der Firmen sehr am Herzen. "Hier ist die Integration der Behinderten gelungen." Die Hallen sind hell, die Türen und Gänge breit genug für Rollstuhlfahrer, die Sozialbereiche großzügig gestaltet. "Wir versuchen, individuelle Arbeitsplätze einzurichten, achten zum Beispiel auf geeignete Stühle." Auch dazu gibt es Partner im Gewerbepark. Großen Wert legen die Oberlausitzer Werkstätten auf die begleitenden Angebote. "Wir bieten jedem unserer Behinderten zweimal wöchentlich zwei Stunden Malen, Sport, Basteln, Schwimmen, Fußball oder Bewegungstherapie während der Arbeitszeit an." Hinzu kommen Ausflüge, Ferienfahrten und Freizeiten - ebenfalls organisiert von den Werkstätten. Ein bisschen wehmütig ist Ludwigs-Dalkner - und mit ihm gewiss manchem Mitarbeiter - schon ums Herz, wenn er an den geplanten Neubau in der Edisonstraße denkt, in den die Werkstätten voraussichtlich Anfang 2003 umziehen werden. Allerdings sollen auch dann 80 bis 90 Arbeitsplätze weiter im Gewerbepark bestehen bleiben.
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