|
Elektronisches Gehirn braucht viel Energie
Für das neue Rechenzentrum von Apcon System Services Bautzen im Gewerbepark Wilthener Straße wird heute der Grundstein gelegt. Anfang kommenden Jahres ist das Gebäude mit einer Nutzfläche von 1 700 Quadratmetern bezugsfertig. Von Thomas Drendel Das Apcon-Rechenzentrum auf dem Gelände des ehemaligen Philipswerkes in Bautzen platzt aus allen Nähten. Die Räume sind so vollgestellt, dass keine der dringend benötigten zusätzlichen Rechner aufgestellt werden können. Die Folge: Mögliche neue Kunden müssen auf das kommende Jahr vertröstet werden, erzählt Geschäftsführer Alexander Gebhard. Auch die Mitarbeiter verrichten ihre Arbeit derzeit unter recht beengten Verhältnissen. Kein Wunder, begonnen hatte die Firma vor zwei Jahren mit zehn Mitarbeitern. Jetzt sind es bereits 28. Die Zahl der Rechner hat sich mehr als versechsfacht: von zehn auf über 60. Auf den Computern des Rechenzentrums werden momentan die Lohnrechnungen von tausenden Mitarbeitern von Philips oder dem Biotech-Unternehmen GeneScan vorgenommen. Außerdem lassen diese Firmen ihre gesamten Produktionskosten über sie abrechnen. Aber auch jede Auszahlung an einem Geldautomaten der Deutschen Bank wird im Bautzener Rechenzentrum registriert. Der Geschäftsführer würde am liebsten sofort in den geplanten Neubau im Gewerbegebiet Wilthener Straße umziehen. Doch erst einmal ist heute Grundsteinlegung für das 2,5 Millionen Mark teure Gebäude. "Die Bodenplatte ist schon fertig, und der Rohbau hat begonnen", freut sich Alexander Gebhard. 6,5 Millionen Mark steckt die Firma in die neue Technik. So soll die Rechnerkapazität auf das Vierfache erhöht werden. "Im Endausbau haben wir rund 250 Server in dem Gebäude stehen." Dazu müssen etwa 15 Kilometer Kabel verlegt werden. Um die Großcomputer auch ausreichend mit Energie versorgen zu können, musste ein extra Stromnetz in die Erde gebracht werden. Das Rechenzentrum verbraucht ungefähr 600 000 Watt pro Stunde. Die Telekom verlegte außerdem moderne Glasfaserkabel zur Übertragung der riesigen Datenmengen. Im Januar 2001 sollen erste Tests die Belastbarkeit der Netze prüfen. Dann werden auch die Dieselaggregate angeworfen, die bei einem Stromausfall die Computer versorgen. Nach dem Umzug plant das Unternehmen, etappenweise 30 weitere Mitarbeiter einzustellen. "Wir suchen händeringend Informatiker, Mathematiker und Physiker", erklärt der Geschäftsführer. Die Zusammenarbeit mit der hiesigen Berufsakademie ist gut, doch die Informatiker werden am Bedarf vorbei ausgebildet, ist die Einschätzung, des Geschäftsführers. Ihnen werde oft die Programmiersprache "Pascal" beigebracht, viel öfter brauchen die Unternehmen Fachkräfte mit SAP-Kenntnissen. Eine logistische Meisterleistung wird der Umzug der 60 Computer in das neue Gebäude. "Das geschieht an einem Wochenende. Wir können unsere Kunden ja nicht über längere Zeit ohne ihre wichtigen Daten lassen." Parallel zum Umzug müssen an dem Wochenende die Übertragungsleitungen von der Telekom in das neue Haus geschaltet werden. Danach muss dann alles perfekt laufen.
|